Der Spirit des Yoga

Oder anders gesagt: Was Yoga für mich bedeutet ...


Kennst du das auch, wenn du das Gefühl hast, du kriegst kaum noch Luft, weil du in deinen Kalender schaust, und dich die Termine erschlagen? Oder vielleicht kommt es bei dir auch immer mal wieder vor, dass du gar nicht mehr weißt, wo du gerade stehst, wohin du willst, und dass du von deinen Träumen so weit wie noch nie zuvor entfernt bist?


Also ich kenne diese Momente sehr gut. Mein Leben war sehr stark von ihnen geprägt. Oftmals hatte ich das Gefühl, gar nicht Herrin meines Lebens zu sein, sondern als würde es einfach an mir vorüberziehen und ich konnte immer nur gestresst hinterherblicken. So ging es mir viele Jahre.


Und irgendwann kam dann diese erste Yogastunde, die ich besuchte. Ich kann heute gar nicht mehr sagen, warum es unbedingt Yoga sein musste. Ich denke, ich wollte einfach wieder etwas Neues ausprobieren - und einen weiteren Haken unter einer 1000-Things-To-Do-Before-You-Die-Sache setzen. Einfach mal gemacht haben und währenddessen auch wieder nur den Haken danach im Sinn. Kennst du das?


Doch als ich diese erste Yogastunde besuchte, landete ich bei meiner ersten Lehrerin, Manuela Drobilich. Und Manu schaffte es mit dieser ersten Stunde, etwas in mir zu entfesseln. Ich war überrascht, wie anstrengend die Stunde war, und wie unglaublich entspannt ich danach aus ihr rauskam.


Und damit begann alles. Schon die Woche darauf fand ich mich in Manus Anfängerkurs wieder. Und ich liebte so vieles daran.


Wenn man nur mal kurz auf eine Yogastunde blickt, könnte man behaupten, dass es eine Art der Akrobatik, der Verknotungskunst mit einem sportlichen Aspekt sei.

Doch sobald man einen zweiten Blick riskiert, wird einem auffallen, dass viel mehr während einer Yogastunde passiert.


Du bewegst dich. Sanft und bewusst.

Du lernst, dich selbst ernst zu nehmen.

Du lernst, wieder auf dich zu hören.

Du lernst damit, deinem Körper zu vertrauen.

Du beginnst, dich wertzuschätzen.

Du atmest. Und dabei lauschst du deinem Atem.

Und dann kommst du an. Im Hier und im Jetzt.

Und in diesem Moment beginnst du zu heilen.


Es war eine weite Reise hierher, wo ich nun stehe. Und natürlich gibt es diese Tage noch, an denen ich wieder genau dort bin: Verloren, planlos, verzweifelt. Doch sie werden weniger. Und nun habe ich Instrumente in die Hand gelegt bekommen.

Instrumente, die mich aus der Verzweiflung holen und mich wieder beruhigen.

Instrumente, die mir helfen, zu erkennen, was wesentlich für mich ist, und die mich den Boden unter meinen Füßen spüren lassen.


Und das ist der Spirit des Yoga für mich. Pausen zu machen. Durchzuatmen. Das Leben zu sehen, wie es ist, und dennoch ganz bei mir zu bleiben, und hinzuspüren, was meine Wahrheit ist. Und diese Wahrheit auch zu leben. Mit offenen Augen, aber vor allem mit offenem Herzen. Mit allen Stärken, die ich habe, aber genauso mit allen Schwächen.

Letzten Endes nimmt Yoga dich an die Hand, und führt dich zu dir.


Also lass deine Yogastunde nicht ausfallen. Komm auf deine Matte, und sei es drum, nur zu atmen. Das ist mehr als genug. Du bist mehr als genug.




Und nun noch etwas zum Nachdenken: Was ist Yoga für dich?


Namasté,

deine Moni

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