Advent

Die Adventzeit sollte eine Zeit der Ruhe sein. Eine Zeit, in der man auf das vergangene Jahr zurückblickt, und seine Schlüsse zieht. Eine Zeit, in der man seinen Blickwinkel von außen nach innen rückt. So sollte diese Zeit sein, denke ich.


Doch mir fällt auf, dass gerade in der Adventzeit der Stress unvermeidbar scheint. Alles wirkt wie eine nicht enden wollende Checkliste, ob es Besorgungen und Geschenke sind, die dringend erledigt werden müssen, oder der großartige selbstgebastelte Adventkalender für den Liebsten, eine Reparatur, die noch unbedingt heuer abgeschlossen werden sollte... diese Liste könnte ewig so weitergehen.


Und dann mache ich mich an das Befüllen des Adventkalenders, um einen weiteren Punkt auf der Checkliste abzuarbeiten und plötzlich fällt mir auf:

Stopp. So will ich das nicht. So muss es nicht sein.


Ich bin diejenige, die entscheidet, wie ich dieses Jahr vollende. Ich bin es, die diese Checklisten erstellt, oder sie weglegt und überlegt, was tatsächlich wichtig ist, auf was es wirklich ankommt.

Und wenn ich diejenige bin, die all das in der Hand hat: Warum sollte ich diesen Advent nicht schön verbringen? Ganz genauso wie ich ihn mir wünsche. Ohne Checklisten, ohne Aufgaben, ohne Hektik.


Dieses Jahr hatte es ohnehin in sich und hat mich an meine Grenzen gebracht, und teilweise weit darüber hinaus. Sollte ich dann, wenn es doch in meiner Hand liegt, nicht einen würdigen Abschluss finden?

Einen besinnlichen, sanften, ruhigen Abschluss für ein Jahr, das so viel Gewohntes aufgebrochen und verändert hat.

Einen erdenden Abschluss, der mir Wurzeln schenkt. Wurzeln, die mich festhalten, so stark der Sturm auch wehen mag.


Also nehme ich meine Checklisten zur Hand und kürze. Ich streiche alles weg, das ich nicht unbedingt in diesem Jahr erledigen muss. Und die Liste wird kürzer und kürzer und ich spüre, wie ich loslassen kann. Alle Erwartungen an mich selbst, alle Hektik und all den Stress darf ich einfach gehen lassen.


Und dann plötzlich atme ich. Ich atme ein. Ich atme aus. Und ich spüre, dass es noch etwas gibt, dass nur in meiner Hand liegt:

Meine Freiheit.


Namasté,

deine Moni


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